Ludgerus Schützengilde Elte 1478 e.V.
Kranzniederlegung zum Volkstrauertag
-kwa- Rheine-Elte.
Am Vorabend des Volkstrauertages 2009 trafen sich auf Einladung der Ludgerus-Schützengilde Elte die Elteraner Bürger vor dem Ehrenmal in Elte um gemeinsam den Opfern aller Kriege zu gedenken. "Aber auch die Gegenwart liefert Anlass zur Trauer und Sorge" so Klaus Wamelink der in seiner Rede auch die Gegenwart einbezog. "Junge Deutsche sterben weit weg von zu Hause. Sie sollten für ihre Regierung kein Territorium erobern, sondern beim schwierigen Aufbau eines Landes helfen. Deshalb können wir sie nicht einfach in eine Reihe mit den Gefallenen der beiden Weltkriege stellen. Aber gerade diesen jungen Menschen und ihren Familien gebührt es, dass wir mit ihnen fühlen und sie in unser Gedenken einschließen. Ihr Schicksal erschüttert unsere Gesellschaft ... hier bei uns ... Hinter der letzten Linie." Zu diesem Thema verlas Wamelink einen im Tagesspiegel erschienenen und vom Reservistenverband mit dem "Goldenen Igel 2008" preisgekrönten Pressebericht von Dorothea Siegle, der sich schonungslos mit den Folgen eines in unserer Heimat kaum greifbaren Krieges auseinandersetzt und der die Versammelten in Elte zum Nachdenken aufforderte.
Im Mitgefühl spüren wir, wie wir mit diesen Menschen verbunden sind. Ob wir sie gekannt haben oder nicht, ob wir mit ihnen verwandt sind oder nicht - die Toten aller Kriege, der Gegenwart und der Vergangenheit, sie gehören zu unseren Wurzeln. Dabei erinnert der Volkstrauertag nicht nur an das eigene Leid, sondern schließt immer auch das Gedenken an die Opfer der anderen Staaten mit ein. Wenn wir all diese Menschen vergessen oder die Erinnerung an sie verdrängen, wenn wir nicht nach den Ursachen all des menschlichen Leids fragen und ihr Schicksal nicht als Mahnung begreifen, dann werden wir mit uns selbst nicht ins Reine kommen.
Niemals dürfen wir damit aufhören, uns die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt vor Augen zu führen; der Volkstrauertag hat seine uneingeschränkte Berechtigung, denn er mahnt die heutige Generation zum Frieden. Auch wenn in Europa die Grenzen verschwimmen und der Friedensprozess keiner Ermahnung zu bedürfen scheint, erinnern uns die vielen zurückgebliebenen Soldatengräber Jahr für Jahr daran, dass Frieden und Versöhnung keine Selbstverständlichkeit sind, sondern vielmehr eine Aufgabe darstellen, die immer wieder neue Anstrengungen erfordert.
Im Fackellicht des Löschzuges Elte legte dann eine Abordnung der Reservistenkameradschaft Elte feierlich den Kranz vor dem Ehrenmal nieder, während Alexander Bertke gefühlvoll das Lied vom alten Kameraden auf der Trompete spielte.
Text: Klaus Wamelink
Gasthaus Zum Splenterkotten
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